Donnerstag, 16. August 2007

"Academic Ranking of World Universities"

Mal wieder wurden die Elite-Universitäten der Welt beim “Academic Ranking of World Universities” der Universität Shanghai miteinander verglichen. Unter den 100 besten Universitäten befinden sich 6 deutsche Unis. Jedoch muss lange nach ihnen in diesem Ranking gesucht werden. Und die HU Berlin sollte man schon gar nicht suchen. Diese, welche sich anschickt seit neuestem Teil der Exzellenzinitiative zu sein, müsste zum Beispiel demnächst mehr Nobelpreisträger als Lehrpersonal
vorweisen können oder frequentierter in fachliterarischen Veröffentlichungen in Erscheinung treten, um auch weltweit
als Elite zu gelten.
Nur gut, dass ich jetzt in Uppsala bin. Denn hiesige Uni landete im weltweiten Vergleich auf Platz 66. Europaweit wird Platz 18 eingenommen. Na das ist doch mal was. Davon kann ich doch dann noch meinen Urenkeln erzählen: “Damals, 2007, da war ich für fünf Monate… besser als Göttingen, Freiburg, Bonn.” Wie schade, dass der Zusatz “sechsundsechzigstbeste Universität beim ‘Academic Ranking of World Universities’ 2007” zu lang für einen Lebenslauf ist…aber vielleicht interessiert es irgendwann ja mal meine Urenkel…

Montag, 13. August 2007

Ein Besuch in Stockholm

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Ein Besuch in Stockholm ist unweigerlich mit einem Besuch im Vasa Museet verbunden. In diesem befinden sich die Überreste der Vasa, welche bei ihrer Jungfernfahrt 1628 vor Stockholm sank. Eigentlich gebaut um die Vormachtstellung Schwedens im Baltikum zu sichern, sollte sie uneigentlich dazu benutzt werden,den Erzrivalen Dänemark in Sachen Schiffbau vorzuführen. Obwohl frühzeitig vom Schiffsbaumeister deutlich gemacht wurde, dass die Vasa auf Grund der neuartigen zwei Kanonendecks an Stabilität verlor, wurde die Jungfernfahrt der Vasa von König Gustav II. Adolf von Schweden veranlasst, um die Macht Schwedens gegenüber Dänemark zu demonstrieren. Diese „Machtdarstellung“ wurde in der Stockholmer Bucht bis zu dem Punkt veranschaulicht, als die Vasa dort auf Grund fehlender Stabilität nach gefahrenen 1500 Metern kläglich versank. Der König durfte natürlich für den Untergang der Vasa nicht verantwortlich gemacht werden; der Schiffbaumeister ist gestorben und sollte dementsprechend nicht unter der Verurteilung des Volkes stehen. Zu guter letzt sollte die Ehefrau des Schiffbaumeisters zur Verantwortung gezogen werden. Die Verurteilung wurde aber fallen gelassen, da sie als Frau nichts dafür könne, kein statisch perfektes Schiff bauen zu können... Also beschloss Schweden niemanden zu verurteilen, sondern die ganze Angelegenheit für sich und die Dänen circa 330 Jahre lang vergessen zu machen. Die Bergung des Schiffs 1961 und die dann folgende Vorführung der Vasa im Museum zeigt ungeahnter Weise, dass auch Schweden mal unter einem Tick Größenwahn gelitten hat. Die Rivalität zu Dänemark wurde unter dessen aber nicht aufgegeben. Sie wurden vom Schlachtfeld auf das Fußballfeld umgelagert. Das kommt einem doch bekannt vor...Nur zur Vervollständigung: In Sachen Skisport (Nordisch/Alpin) heißt der große Erzrivale Norwegen. Die Begründung suche ich aber noch. (Quelle: Historiker von der Universität Uppsala)

Donnerstag, 9. August 2007

Dinge, die Schweden braucht...oder auch nicht

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Jeder kennt Dinge, die das Leben vereinfachen sollen, grundlegend aber doch nicht notwendig sind. Im Haushalt wären das zum Beispiel der Spaghetti- und der Eierkocher, oder aber auch der Tomatenstrunkentferner. Oder nehmen wir Berlins Straßenbahnhaltestellen und diverse U- und S-Bahmhöfe. Es war nie ein Problem auf den Zeitplan zu schauen, um zu erfahren wann die Bahnen kommen. Auf einmal gibt es aber über die gesamte Stadt verteilt ein "dynamische Auskunfts- und Informationssystem", welches auch liebevoll "DAISY" genannt wird...Es erspart den Weg zum Fahrplan. Aber wirklich notwendig erschien es mir nie. Aber genau solche Kuriositäten kann man auch in Schweden erleben. Jeder kennt die Prozedur, die einem auf einem Bezirks-Bürgeramt in Berlin widerfährt: eine Nummer aus einem farbigen Kasten ziehen und stundenlang in einem überfüllten Aufenthaltsraum warten bis die gezogene Nummer auf einem schwarzen Display rot erleuchtet. Diese Prozedur widerfährt einem in Schweden beim Geldwechseln, in der Bank, beim Kaufen von Döner, Pizza, Salat etc., in der Eisdiele, im Copyshop oder beim Geschenkeeinpackdienst des Kaufhauses. Damit soll eventuell erreicht werden, dass es kein Durcheinander gibt, wenn es darum geht, wer denn als nächstes bedient wird. Oder die Kunden sollen sich nach dem Ziehen einer Nummer auf ein gemütliches Sofa
setzen und entspannen, da ja kein Kampf mehr um den nächstbesten Kundenplatz besteht. In der Theorie scheint dies fein. In der Praxis ist es allerdings so, dass sich zum einen auch beim Nummernziehen Schlangen bilden können und zum anderen, dass es auch Streits gibt, wer denn die nächste Nummer ziehen dürfe. Also eine wirkliche Erleichterung des Lebens liegt nicht vor...

Sonntag, 5. August 2007

Meine Villa, mein Auto und mein Jacuzzi

Meine Villa
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In Uppsalas Stadtteil Flogsta wohnt der größte Teil der StudentInnen, mich eingeschlossen, die "Downtown" studieren. In 15 7-Geschossern werden wir StudentInnen untergebracht. In Anbetracht dessen, dass Flogsta direkt am Wald und an diversen Feldern liegt, könnte man mit einer schönen Aussicht, die von höhergelegenen Zimmern möglich ist, dafür entschädigt werden, dass man in einer Platte (besser: sozialem Wohnbau) leben muss. Nicht so aber wenn man, wie ich, in der ersten Etage wohnt. Ich habe Ausblick auf einen unbenutzten Spielplatz und natürlich auf die nächste Platte. Entspannung ist aber dennoch möglich: die Dachterrasse und die sich darauf befindende Sauna ist für alle zugänglich. Die Schweden verstehen etwas davon, StudentInnen
auf die nächsten Lehrveranstaltungen vorzubereiten.

Mein Auto
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Uppsala ist Fahrradstadt. Jeder besitzt ein Rad, wenn es gerade mal wieder nicht geklaut worden ist. Uns Neuankömmlingen wurde geraten, sich so schnell wie möglich ein "cykel" zu besorgen, bevor sich die Stadt in den nächsten Wochen wieder mit den restlichen fahrradsuchenden StudentInnen auffüllt. Mein Traum von einem gut erhaltenen Rad mit weichem Sattel, hohem Lenker und einem sich dort befindlichen geräumigen Korb haben sich am Samstag Morgen um 8 Uhr auf dem Trödelmarkt Uppsalas zerschlagen. Zur Auswahl standen zu kleine, alte, klapprige Mountainbikes oder ein in altes, klappriges Rennrad in Optimalgröße. Angesichts der Notwendigkeit von einem Fahrrad in dieser Stadt, habe ich mich für das Rennrad entschieden. Für umgerechnet 45€ habe ich ein Rad, dessen Bremsen kaum funktionieren und dessen Gangschaltung mir schleierhaft ist, gekauft. Mal ganz abgesehen davon, dass es auch kein Licht hat. Aber die Hauptsache ist ja, dass es fährt. Und von keinem Kenner unter euch ein schlechtes Wort über dieses Rad!!!

Mein Jacuzzi
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Nur ganz kurz dazu. Es ist eine Nasszelle, die sich einfach erlaubt, in einer Ecke meines Bads zu sein. Was nicht so gut zu erkennen ist, dass der Wasserschlauch der Dusche am Waschbecken angebracht ist und auch die Temperatur des Duschwassers über dieses reguliert wird.

Freitag, 3. August 2007

Ein Student aus Uppsala...

Uppsala ist die Stadt, in die es mich für die nächsten Monate hingezogen hat, weshalb der erste Beitrag dieses Blogs ihr gewidmet sein soll. Sie ist gemessen an der Bevölkerung die viertgrößte Stadt Schwedens. 180.000 Einwohner leben in dieser traditionellen Universitätsstadt, die Residenzstadt der Provinz Uppland ist. Studiert wird hier seit dem Jahr 1477, weshalb die Universität auch die älteste Skandinaviens sein soll. Unter anderem Carl von Linné haben hier studiert, von dem jede/r zumindest schon mal im Bio-Unterricht in der Schule gehört haben muss.
Geographisch betrachtet liegt Uppsala circa 70 km nördlich von Stockholm entfernt. Der Fluss Fyrisån sucht sich seinen Weg durch die Stadt bevor er 8 km weiter südlich in den See Mälaren mündet. Des Weiteren ist Uppsala, für meine Verhältnisse sehr bergig (Anmerkg. d. R.: man merke Uppland!!!). Das liegt daran, dass Uppsala teilweise auf einem Geröllrücken, genannt Uppsalaåsen, liegt. Dieser stammt aus der letzten Eiszeit und zieht sich hinunter bis in den Süden Stockholms.
An Sehenswürdigkeiten hat Uppsala die Domkirche, ein Stadtschloss, die Universitätsbibliothek Carolina Rediviva oder den Garten von Linné zu bieten. Aber alleinig auch das Kleinstadtfeeling, dass hier erlebt werden kann, ist einen Besuch wert.

Upps...ulli

Neues aus Uppsala

Was ich gerade mache...

lesen, lernen, lesen, auch studieren und natürlich lesen! på svenska: lära, läsa, också studera och javisst läsa!

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Ich lese...

bis nächsten Freitag noch zwei, drei Bücher zu Globalisierung und Entwicklung... noch nie so viel gelesen wie hier... und das ist Erasmus, ja???

Was ich hier unbedingt brauche...

fritid

Schwedisch - Deutsch für Insider...

Fritiden - die Freizeit. Kissnödig - wenn man dringend auf Toilette muss, dann sagt man dies (ein "k" vor einem "i "wird im Schwedischen "sch" ausgesprochen...).

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